Erkenne dich Selbst. Welch seltsame Forderung eines Orakeltempels – man selbst sollte sich doch Soundso am besten kennen. Doch so einfach ist das nicht, denn, was wir selbst von uns kennen, ist nur ein Selbst-Bild, also etwas, das wir uns aufgrund unserer Meinungen eingeredet haben. Jemand anders nimmt uns vielleicht ganz anders wahr, aber das nur am Rande. Das liegt auch einfach an unserem Geschmack – wenn ich mich selbst in der Rolle als Robin Hood gut finde, dann mag das für die ganzen „Prinz Johns“ oder „Sheriffs von Nottingham“ noch lange kein Grund sein, mich zu mögen.
Also – wir haben ein Selbstbild, welches manchmal nicht deckungsgleich mit einem objektiven Bild ist. Manche Menschen nehmen sich selbst als furchtbar toll wahr, sind aber „unterste Schublade“, manche finden sich selbst furchtbar, obwohl sie eigentlich ziemlich klasse sind. Das Selbstbild und das Fremdbild, so nenne ich das mal, unterscheiden sich hier.
Aber wie erkenne ich mich nun selbst? Man sagt ja, Selbsterkenntnis sei der erste Schritt zur Besserung. Und, wenn man ehrlich ist, es gibt ja keinen objektiven Grund, nicht doch noch ein wenig besser zu werden. Vorausgesetzt, es ist nicht wirklich anstrengend.
Zum einen könnte ich mich auf Fremdbilder verlassen, und mir die Meinungen anderer Menschen anhören. Das sind aber auch nur Meinungen, und, so wie Mode, nicht wirklich zuverlässig. Gerade in unserer medial (nicht wegen den Geistern oder so, sondern wegen den Medien – TV, Netz...) doch recht unzuverlässigen Welt ist das nicht unbedingt ratsam. Vorbilder, welche durch Medien gepuscht werden, bieten hier auch keine Orientierungshilfe. Gibt’s noch Vorbilder? Also, nicht „Tokio Hotel“ oder so was, sondern Menschen, denen man nacheifern könnte. Marilyn Manson vielleicht? Aber dann müsste man ja Singen (oder so ähnlich). Hmm....
Also –
- Nehmen wir ein ideales selbst, das, was wir gerne wären und hätten.
- Kürzen es soweit runter, bis es in den bereich des erreichbaren kommt
- Und vergleichen uns damit, versuchen, uns dahingehend zu verändern
- Ich wäre gerne ein Philosoph im alten Griechenland. Mit Garten als Schule, so wie Epikur, Oliven und Ziegenkäse.
- Oliven, Ziegenkäse und Philosophie sind vorhanden, Garten auch, es könnten mehr Schüler sein. Und mehr Säulen, Götterstatuen und so was.
- Prima :) Ziel erreicht. Fehlt nur die Toga und die nötige Ataraxie /Autarkie.
Wirr-Licht - 12. Mrz, 10:43