Wahrheit 2
woran sich gleeich die philosophische frage hängt, was denn "wahrheit" sei....
wahrheit 1
wikiwahrheit
happig.
also, bspw. ist ein mathematischer satz dann wahr, wenn er innerhalb seiner axiome nicht zum widerspruch führt, was gleichbedeutend damit ist, das er eine tautologie ist (wahr = wahr)
grausam.denn damit ist genau das wahr, was wir als wahr festgelegt haben. physikalisch ists - hab´ich den eindruck - nicht viel anders, nur das wir "da draussen" -- also, ausserhalb unseres kopfes -- noch die möglichkeit haben, unsere gedanken am experiment zu überprüfen. (soll heissen, ich kann zwar feststellen, das eine aussage "falsch" ist, aber nie, ob sie "wahr" ist...) aber wo finde ich spirituelle wahrheit?
mal angenommen, ich bin kein atheist oder agnostiker, der einfach sagt, spirituelle aussagen sind solche, die nicht über wahrheitswerte verfügen. dann muss ich doch entweder eine (innere/äußere) methode haben, analog der 'widerspruchsfreiheit der logik' oder dem 'experiment der physik', um "wahrheit" belegen zu können.
kann ich aber irgendwie nicht. so, ganz persönlich. eigentlich würde ich sagen, wahr sind dinge, die meinem seelenleben entsprechen, aber dann wären ja für verschiedene personen verschiedene spirituelle aussagen wahr, was irgendwie das ganze 'ad absurdum' führt, denn dann wirds beliebig, und nicht wahr. ich kann auch nur schwer ein experiment machen, und, sagen wir, über ein pendel den wahrheitswert eines gottes zu erpendeln (obwohl, sollte man vielleicht mal machen....)
also, wenn ich mir den wikipediaartikel durchgucke, bin ich da wohl irgendwie "postmodern-romantisch":
postmodern:
Philosophen der Postmoderne weisen den Gedanken einer einzigen Wahrheit als Mythos zurück (Gilles Deleuze: „Die Begriffe Wichtigkeit, Notwendigkeit, Interesse sind tausendmal entscheidender als der Begriff der Wahrheit.“). Dabei geht es nicht darum, dass Naturgesetze angezweifelt würden (siehe dazu auch Schrödingers Katze), sondern um die Frage, ob es nicht vielerlei Sichtweisen geben kann, und ob Wahrheiten abhängig von kulturellen Entwicklungen sein können, mit anderen Worten, ob Wahrheiten als Konstruktionen innerhalb einer Kultur angesehen werden können.
romantik
Die Romantiker haben eine ganz andersartige Auffassung der Wahrheit. Für sie ist diese eine dem Menschen verschleierte, bzw. schwer zugängliche Welt, die parallel zu unserer Wirklichkeit existiert. Des Dichters, oder des Künstlers Aufgabe ist es, den anderen Menschen diese Welt zu offenbaren; nur er allein kennt das „Zauberwort“, das die Welt zum „klingen“ bringt. Die romantische Wahrheit findet man in sich selbst, oder im Einklang mit der Natur. Es ist eine stille, eine einsame Erfahrung, und die Sehnsucht danach zeichnet den Romantiker aus. In einer Zeit, in der Revolution und Restauration sehr schnell aufeinander folgen, sucht er außerhalb der Gesellschaft in der Natur seine eigene persönliche Wahrheit.
und, andererseits, gibts auch die "wahrheit über bauchmuskeln":

By WirrLicht
wahrheit 1
wikiwahrheit
happig.
also, bspw. ist ein mathematischer satz dann wahr, wenn er innerhalb seiner axiome nicht zum widerspruch führt, was gleichbedeutend damit ist, das er eine tautologie ist (wahr = wahr)
grausam.denn damit ist genau das wahr, was wir als wahr festgelegt haben. physikalisch ists - hab´ich den eindruck - nicht viel anders, nur das wir "da draussen" -- also, ausserhalb unseres kopfes -- noch die möglichkeit haben, unsere gedanken am experiment zu überprüfen. (soll heissen, ich kann zwar feststellen, das eine aussage "falsch" ist, aber nie, ob sie "wahr" ist...) aber wo finde ich spirituelle wahrheit?
mal angenommen, ich bin kein atheist oder agnostiker, der einfach sagt, spirituelle aussagen sind solche, die nicht über wahrheitswerte verfügen. dann muss ich doch entweder eine (innere/äußere) methode haben, analog der 'widerspruchsfreiheit der logik' oder dem 'experiment der physik', um "wahrheit" belegen zu können.
kann ich aber irgendwie nicht. so, ganz persönlich. eigentlich würde ich sagen, wahr sind dinge, die meinem seelenleben entsprechen, aber dann wären ja für verschiedene personen verschiedene spirituelle aussagen wahr, was irgendwie das ganze 'ad absurdum' führt, denn dann wirds beliebig, und nicht wahr. ich kann auch nur schwer ein experiment machen, und, sagen wir, über ein pendel den wahrheitswert eines gottes zu erpendeln (obwohl, sollte man vielleicht mal machen....)
also, wenn ich mir den wikipediaartikel durchgucke, bin ich da wohl irgendwie "postmodern-romantisch":
postmodern:
Philosophen der Postmoderne weisen den Gedanken einer einzigen Wahrheit als Mythos zurück (Gilles Deleuze: „Die Begriffe Wichtigkeit, Notwendigkeit, Interesse sind tausendmal entscheidender als der Begriff der Wahrheit.“). Dabei geht es nicht darum, dass Naturgesetze angezweifelt würden (siehe dazu auch Schrödingers Katze), sondern um die Frage, ob es nicht vielerlei Sichtweisen geben kann, und ob Wahrheiten abhängig von kulturellen Entwicklungen sein können, mit anderen Worten, ob Wahrheiten als Konstruktionen innerhalb einer Kultur angesehen werden können.
romantik
Die Romantiker haben eine ganz andersartige Auffassung der Wahrheit. Für sie ist diese eine dem Menschen verschleierte, bzw. schwer zugängliche Welt, die parallel zu unserer Wirklichkeit existiert. Des Dichters, oder des Künstlers Aufgabe ist es, den anderen Menschen diese Welt zu offenbaren; nur er allein kennt das „Zauberwort“, das die Welt zum „klingen“ bringt. Die romantische Wahrheit findet man in sich selbst, oder im Einklang mit der Natur. Es ist eine stille, eine einsame Erfahrung, und die Sehnsucht danach zeichnet den Romantiker aus. In einer Zeit, in der Revolution und Restauration sehr schnell aufeinander folgen, sucht er außerhalb der Gesellschaft in der Natur seine eigene persönliche Wahrheit.
und, andererseits, gibts auch die "wahrheit über bauchmuskeln":

By WirrLicht
Wirr-Licht - 1. Jun, 09:31


also das beste dran
Ich bin eine von denen die sagt - ist doch wurscht, obs wahr ist; nützen solls. Von der Wahrheit allein wird niemand glücklich.
jepp
richtig eingesetzt auf jeden Fall.
Es gibt Untersuchungen dazu, dass Depressive die Welt oft wesentlich realistischer sehen als Gesunde.
Tja, bringt ihnen das irgendwas? Nein!
Natürlich kann es einen zusätzlichen Vorteil bringen, ein wahres UND nützliches Weltbild zu besitzen, z.B. zu wissen, dass die Welt nun mal ungerecht ist, daran nicht zu verzweifeln sondern das Leben trotzdem so zu lieben wie es ist.
Aber die meisten Menschen begnügen sich damit, irgendwo an eine grundlegende Gerechtigkeit bzw. an das Gute zu glauben, um das Leben lieben und damit bewältigen zu können, und prüfen ihre Annahmen einfach nie genauer nach. Im Zweifelsfall wird das Gute dann eben in ein nicht erforschbares Jenseits verschoben.
Ich für meinen Teil benütze mehrere verschiedene Weltbilder und Weltsichten parallel, je nachdem, was grad am sinnvollsten ist.
Ich hab zum Beispiel ein sehr romantisches Weltbild, in dem ich an den einen vorherbestimmten Mann fürs Leben, den ich noch aus dem letzten Leben oder so kenne, glaube.
Das ist ein schönes Weltbild, es macht Spaß, aber es hindert mich nicht daran getrennte Kassen zu machen und darauf zu achten, mich nicht abhängig zu machen, und, wenn nötig, eine Beziehung zu beenden und die Seelenverwandtschaft für nichtig zu erklären.
Welches dieser Weltbilder wahr ist, ist mir eigentlich wurscht. Es geht eher drum, welches ich grad brauchen kann.
Zugegeben, im Zweifelsfall glaube ich am ehesten an das "depressive", unromantische und sehr ernüchternde Weltbild, das die meisten Menschen nicht verkraften bzw. nicht verstehen, wie ich trotzdem gut drauf sein und das Leben lieben kann.
Aber ich bin mir durchaus bewusst, dass das bloß mein Weg ist.
Mir sind die Menschen wesentlich lieber, die zwar nicht mein eigentliches Weltbild, aber dafür meine Lebensfreude teilen, als die, die die Welt so sehen wie ich und deswegen ständig selbstmitleidig durch die Gegend rennen.