ok, war beschiss, ich kann kein plusquamperfekt auf französisch mehr. aber war pons nicht mal der verlag für französischschulwörterbücher?
ich hab
MM gelesen und
weiterverfolgt. katastrophal.
ok, mich hätte man als kind auch mit technik und hexerei geködert (als erwachsener auch - ich kann definitiv besser bohren als nähen) aber macht sowas, insbesondere in der mathematik, sinn?
ich red´ mal von meinen erfahrungen als "privatlehrer":
die meisten schüler, die ich habe, sind so richtige "mädels" bzw. "jungs". die mädchen fangen mit 9 jahren an sich zu schminken oder zu reiten, während die jungs mit wahlweise an ihre playstation gefesselt oder mit ihrem mountainbike verwachsen sind (und das in der innenstadt. nuja.)
die jungs finden mathe genauso scheisse wie mädchen.
weder jungs noch mädchen verstehen textaufgaben besonders gut, in den meisten fällen, weil sie sich texte nicht gegenständlich oder gar abstrakt vorstellen können. das merkt man besonders schön in der 7. und 8. klasse, wenn es um proportionale / antiproportionale zuordnungen geht.
isch erklärs mal,
proportionale zuordnung:
mädchenvariante:
4 pferde fressen 8 ballen heu pro woche.
wie viel fressen 3 pferde in 2 wochen?
jungsvariante:
4 züge transportieren in einer woche 8 tonnen kohle.
wieviele tonnen transportieren 3 züge in 2 wochen?
antiproportionale zuordnung:
mädchen:
vier perde fressen 12 heuballen im monat.
wie lange reichen die heuballen für 6 pferde?
jungs
vier laster transportieren 120 tonnen steine im monat.
wie lange lange brauchen 6 laster?
didaktischer unterschied? andere anforderung an das vorstellungs- bzw. abstraktionsvermögen? sind laster spannender oder jungs-artiger als pferde?
quatsch. mathe ist scheisse, ob man nun mit pferden oder lastern rechnen muss. was einen unterschied macht, ist allein der interessenfocus, die vorbildung des schulkindes. insofern hat PONS recht: motivation und konzentration sind bei geschlechtstypischer interessenlage besser.
mathematik ist aber "abstrakt", also, unabhängig von den objekten, die zu berechnen sind, wir machen ja keine physik. demnach muss dem schüler/der schülerin klar werden, das die methode DIESELBE ist, ob es nun pferde oder laster oder raumschiffe oder zauberer sind, denn das kind sollte sich (mit der zeit) dahin entwickeln, das es quantität und operation unanghängig vom konkreten objekt des denkens versteht.
anm.:
deshalb ist mathematik ja auch stinklangweilig:
es geht eben nicht um interessensobjekte, sondern um denken an-sich. unabhängig von schwertern und parfum, männchen oder weibchen
es wäre katastrophal, wenn mathematikunterricht dazu führt, das sich sich ein kind zwar 5 pferde, aber nicht 5 laster vorstellen kann.
das ist übrigens ein "dyskalkulie"-symptom, das quantitäten nicht ohne objekt begreifbar sind. "5" ohne den zusatz "äpfel" ergibt für ein dyskalkulie-kind wenig sinn. und genau da sollte die mathematik hinführen, zu einem abstraktionsvermögen.
nicht dazu, das mädchen zwar mit pferden rechnen können, aber nicht mit raumstationen. ARRRRRGGLLL!
somit macht PONS es sich zu einfach: selbstverständlich folgen kinder bereitwilliger den eingeübten rollen und interessen (lehrererfahrung: mädchen rechnen einfach lieber mit pferden, jungs mit piraten). ein junge wird bereitwilliger mit fussballspielern rechnen als mit ballerinas.
aber das ist NICHT der sinn von mathematikunterricht, diese präferenzen zu zementieren, sondern denken jenseits des konkreten, dinglichen zu ermöglichen. ihnen klarzumachen, das die aufgabe unabhängig davon ist, ob prinzessinnen oder jediritter sie lösen.
der lehrer, der solche aufgaben verwendet, macht es sich einfach: im besten (falschverstandenem) montessori-stil lässt er das kind machen, was es will, und kinder wollen meist, was ihnen leicht fällt, oder sie inspiriert, oder sie schon kennen/können. umso schwerer wird es dem kind fallen, wenn es sich auf - scheinbar - unbekanntem terrain beweisen muss. wenn ein kind, welches nur mit rittern und piraten gerechnet hat, nicht versteht, das die aufgabe dieselbe ist, sobald auf einmal ballerinas auftauchen, hat mathematik als solche ihr ziel verfehlt. sein ziel erreicht hat mathematikunterricht (wie auch z.B. philosophie), wenn er dazu führt, das sich menschen erkennen, das die lösung eines (mathematischen)problems, die methode, unabhängig vom dinglichen problem ist. das es eine allgemeine methode ist.
und andersherum. das man eine solche "un-konkrete" methode manchmal nicht auf konkrete entscheidungsprobleme anwenden kann, weil sie z.B. nicht quantifizierbar sind. wie..... hmmm... mädchenfreundschaften? ritterehre? aber das führt zu weit.
ich plädiere für einen gleichmäßigen aufgabenmix.
(12 ballen heu, 12 tonnen kohle , 20 tage, 20 tage)
ach ja:
3 sänger singen ein lied in 5 minuten. wie lange brauchen 5 sänger?
Wirr-Licht - 21. Okt, 09:19